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Aids = schwul?

HIV richtet sich nicht nach der sexuellen Orientierung von Menschen. Unabhängig davon, ob Männer, Frauen und Transsexuelle schwul, lesbisch oder heterosexuell leben, können sie sich mit dem HI-Virus infizieren. Und eine HIV-Infektion kann man niemandem ansehen!

Wie infiziert Mann / Frau sich eigentlich?

Mit HIV kann man sich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr infizieren. Dazu gehören Anal-, Vaginal- und Oralverkehr. Während der Menstruation besteht wegen des Menstruationsblutes ein erhöhtes Infektionsrisiko. Bei Oralverkehr besteht die Gefahr einer Übertragung in erster Linie dann, wenn der Samenerguss im Mund erfolgt oder Scheidenflüssigkeit aufgenommen wird. Wenn eine andere sexuell übertragbare Krankheit vorliegt (z.B. Syphillis, Chlamydien-Infektion) kann HIV sehr viel schneller übertragen werden.

Außer durch Sperma und Scheidensekret kann HIV auch durch Blut - häufig bei gemeinsamer Nutzung eines Spritzbestecks -, über die Bindehaut des Auges und den Flüssigkeitsfilm der Enddarmschleimhaut übertragen werden.

Bei allen Übertragungswegen hängt das Risiko der Ansteckung vor allem von der Menge der Flüssigkeit und der darin enthaltenen Anzahl an Viren (Viruslast) ab. Mit der Höhe der Viruslast sinkt oder aber steigt die Infektiösität. 

Eine HIV-Infektion ist unsichtbar

Viele Menschen kennen ihren eigenen HIV-Status nicht. Und diese Tatsache trifft sowohl auf heterosexuelle, lesbische als auch schwule Menschen zu. Entscheidend für ein HIV-Risiko ist nicht mit wem oder wo, sondern wie Mann oder Frau Sex hat. Bei einem One-Night-Stand und anderen flüchtigen sexuellen Begegnungen ist es manchmal schwierig über Sexualität, den HIV-Status oder Safer Sex-Praktiken zu reden.

Wenn es ohne vorher zu reden zum Sex kommt ist es daher für Frauen und Männer gleichermaßen wichtig, immer ein Kondom griffbereit zu haben. Dieses kannst Du dann jederzeit einsetzen und das klare Signal geben: Ich mache nur Safer Sex! Wenn der Partner oder die Partnerin dann nicht in Deinem Sinn reagiert, kannst Du entsprechende Konsequenzen für Dich ziehen.

Safer Sex - die Benutzung eines Kondoms - stellt sowohl bei flüchtigen als auch wiederholten Sexualkontakten den sichersten Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen dar.

Ein HIV-Antiköpertest schafft Klarheit

Wenn es mit dem Safer Sex dennoch mal nicht geklappt hat, schafft ein HIV-Antikörpertest Klarheit. Nach einer Ansteckung mit HIV können Antikörper oft schon nach drei bis sechs Wochen nachgewiesen werden, bei manchen Menschen dauert die Bildung der HIV-Antikörper jeodch auch bis zu drei Monate. Willst Du also nach einem Risikokontakt sicher wissen, ob Du Dich mit HIV infiziert hast, solltest Du drei Monate bis zur Durchführung eines Tests warten. Einen HIV-Antikörper-Suchtest kannst Du bei uns in der Berliner Aids-Hilfe aber auch in den Zentren für sexuelle Gesundheit machen.

Du willst mehr zum Thema wissen?

Dann ruf unser anonymes Beratungstelefon unter der Rufnummer 19 4 11 an oder komm zu uns in die Kurfürstenstraße 130 für ein persönliches Gespräch.

Let's talk about Sex!

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